Ernährung, Gesundheit und Gemeinschaft – Menschen vor unserer Zeit
Lange vor unseren heutigen Dörfern lebten Menschen in dieser Landschaft. Sie gewannen Nahrung, entwickelten handwerkliche Fähigkeiten und fanden Formen des Zusammenlebens. Funde bei Oberwerschen öffnen kleine Fenster in diese Zeit.
Die drei Kapitel führen von jungsteinzeitlichen Bestattungen und Siedlungsspuren bis in die frühe Bronzezeit. Sie sind eine Auswahl der im Grabungsbericht genannten Zeiten, keine lückenlose Geschichte derselben Dorfgemeinschaft.
Ernährung, körperliche Spuren und gemeinsames Leben
Gefäße, Milch und Vieh
Unverzierte Gefäße und Milchverarbeitung geben dieser Szene ihren Schwerpunkt. Die Bedeutung von Milchprodukten ist durch Rückstandsanalysen mitteldeutscher Gefäße gestützt; die hier gezeigten Menschen und Abläufe sind frei gestaltet.
Nahrung, gegenseitige Hilfe und Häuser für die Toten
Kornarbeit auf der Höhe
Getreidearbeit, Rinder und eine Tasse mit breitem Henkel unterscheiden dieses Bild. Diese Tätigkeiten und Tiere waren jedoch nicht ausschließlich auf die Bernburger Kultur beschränkt.
Bronzebeil, Gewandnadel und Knickwandtasse verweisen auf die frühe Bronzezeit. Die Begegnung ist frei gestaltet; eine solche Szene oder Werkstatt ist bei Oberwerschen nicht belegt.
Archäologische Befunde und künstlerische Darstellung
Der Grabungsvorbericht von Berthold Schmidt (1966), S. 277, nennt die hier behandelten Kulturen. Die Alltagsszenen wurden eigens für diese Seite als künstlerische Rekonstruktionen gestaltet. Sie sind keine historischen Aufnahmen, keine Porträts damaliger Bewohner und keine genauen Rekonstruktionen Oberwerschens. Kleidung, Frisuren und vollständige Häuser bleiben Annäherungen. Unterschiedliche Haarfarben, Gesichter und Kleidungsfarben dienen der individuellen Gestaltung und kennzeichnen keine Kultur. Auch die dargestellten Tierarten und bäuerlichen Tätigkeiten kommen in mehreren Kulturen vor. Archäologische Kulturen sind keine sicher abgegrenzten Völker mit einheitlicher Tracht.
Die Grundlage der Bilder
Der lokale Ausgangspunkt ist ein kurzer Überblick in einem Grabungsbericht von 1966. Er behandelt hauptsächlich den spätantiken beziehungsweise frühmittelalterlichen Bestattungsplatz. Für die älteren Kulturen nennt er Funde, erklärt ihren Alltag aber nicht im Einzelnen. Daneben erwähnt er auch schnurkeramische Gräber und jüngere bronzezeitliche Siedlungsreste. Die drei Kapitel sind somit eine Auswahl.
Texte und Bildkompositionen wurden eigenständig erstellt. Es wurden keine Museumsfotos, Buchillustrationen oder Grabungszeichnungen als Bildvorlagen übernommen. Die Forschungsergebnisse begründen die Themenwahl; sie belegen nicht jedes sichtbare Detail.