MENSCHEN · LANDSCHAFT · KULTUREN · SPUREN

EINE REISE DURCH DIE JAHRTAUSENDE

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Künstlerische Rekonstruktion · keine historische Ortsaufnahme
ca. 3100–2650 v. Chr.

Bernburger Kultur

Siedlungen, gemeinsame Arbeit und Häuser für die Toten

Bei Oberwerschen sind Reste einer Bernburger Höhensiedlung beschrieben. Vergleichsfunde aus Mitteldeutschland belegen Rinderhaltung, gemeinschaftlich genutzte Gräber und das Überleben einer schweren Verletzung.

Bei Oberwerschen gefunden

Für die Bernburger Kultur nennt Schmidt ausdrücklich Siedlungsreste einer Höhensiedlung bei Oberwerschen. Der kurze Hinweis enthält jedoch keinen vollständigen Hausgrundriss oder eine Beschreibung des damaligen Dorflebens.

Der Blick über den Fundort hinaus

Vergleichsfunde aus Mitteldeutschland erschließen Getreideanbau und Viehhaltung. Für die Bernburger Siedlung Hundisburg-Olbetal zeigen Untersuchungen an Rinderzähnen eine überwiegend örtliche Weidenutzung. Das ist ein Vergleichsort und kein Befund von Oberwerschen.

Ackerbau und Tierhaltung

Getreideanbau und Viehhaltung gehörten zur Wirtschaftsweise Bernburger Gemeinschaften.

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Siedlungsfunde aus Mitteldeutschland ergänzen die Spuren der Höhensiedlung bei Oberwerschen. Die Untersuchung von Rinderzähnen aus Hundisburg-Olbetal erschließt die Haltung der Tiere und ihre Weidenutzung.

Die dargestellte Getreidezubereitung veranschaulicht bäuerliche Arbeit. Ein vollständiger Speiseplan ist für die Oberwerschener Siedlung nicht überliefert.

Winter-Schuh et al. 2018: Rinderhaltung in Hundisburg-Olbetal

Eine überlebte Verletzung

In der Bernburger Totenhütte von Benzingerode wurde ein Oberschenkelknochen mit einem schlecht verheilten Bruch gefunden.

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Der Bruch verheilte mit einer deutlichen Verkürzung des Beins. Der Mensch überlebte die Verletzung. Wegen der zunächst stark eingeschränkten Beweglichkeit geht der Bericht des Landesamts von einer Versorgung durch andere Menschen aus.

Die Hilfe der Gemeinschaft ist damit eine wissenschaftliche Schlussfolgerung aus dem Befund. Eine bestimmte Behandlungstechnik ist nicht nachgewiesen. Benzingerode liegt im Harzvorland; der Fund stammt nicht aus Oberwerschen.

LDA: Pflege für die Verletzten und Häuser für die Toten

Gemeinschaftliche Grabanlagen

Bernburger Kollektivgräber wurden für mehrere Menschen angelegt und über längere Zeit genutzt.

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In Benzingerode untersuchten Archäologen einen hölzernen Kammerbau, der mit Steinen und Erde überdeckt war. Umbauten und Reparaturen sind am Bau nachweisbar. Der Bericht beschreibt mindestens 40 Bestattungen.

Bau, Instandhaltung und wiederholte Beisetzungen dokumentieren gemeinschaftliche Handlungen. Die verwandtschaftlichen Beziehungen der dort Bestatteten und die politische Organisation der Oberwerschener Siedlung sind damit nicht bestimmt.

LDA: Kollektivgrab von Benzingerode

Bestattung und Totengedenken

Totenhütten und steinerne Grabkammern sind charakteristische Zeugnisse des Umgangs mit Verstorbenen.

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In der Dölauer Heide bei Halle ist eine aus Steinblöcken errichtete Bernburger Grabkammer mit Verzierungen im Inneren nachgewiesen. Die Totenhütte von Benzingerode enthielt Bestattungen aus mehreren Belegungsphasen.

Die Anlagen überliefern Bauweise und Bestattungshandlungen. Die religiöse Bedeutung einzelner Verzierungen und der genaue Ablauf von Zeremonien lassen sich daraus nicht sicher bestimmen.

LDA: Häuser für die Toten · LDA: Bernburger Grabkammer in der Dölauer Heide

Vergleichsorte in Mitteldeutschland

Die Dölauer Heide bei Halle und Benzingerode im Harzvorland ergänzen den lokalen Befund von Oberwerschen.

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Für Oberwerschen nennt Schmidt 1966 Siedlungsreste einer Höhensiedlung. Die Dölauer Heide liefert Vergleichsbefunde zu Siedlung, Grabbau und Salzgewinnung; Benzingerode zu Kollektivbestattungen.

Diese Fundorte gehören zu unterschiedlichen Landschaften Mitteldeutschlands. Ihre Befunde werden auf dieser Seite mit genauer Ortsangabe beschrieben.

Lokaler Ausgangspunkt: Schmidt 1966 · Dölauer Heide · Benzingerode

Praktisches Wissen und Versorgung

Rinderhaltung und Salzgewinnung sind an Bernburger Vergleichsorten archäologisch untersucht.

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Analysen an Rinderzähnen aus Hundisburg-Olbetal sprechen für eine überwiegend örtliche Weidenutzung. Die Untersuchung erschließt die Versorgung und Haltung der Tiere.

Aus der Dölauer Heide sind Hinweise auf Salzgewinnung bekannt. Sie ergänzen die Zeugnisse von Ackerbau, Viehhaltung und Keramikherstellung. Eine Salzproduktion bei Oberwerschen ist damit nicht belegt.

Winter-Schuh et al. 2018: Rinderhaltung in Hundisburg-Olbetal · LDA: Die Dölauer Heide

Kornarbeit auf der Höhe

Getreidearbeit, Rinder und eine Tasse mit breitem Henkel unterscheiden dieses Bild. Diese Tätigkeiten und Tiere waren jedoch nicht ausschließlich auf die Bernburger Kultur beschränkt.

Vom Korn zur Mahlzeit

Getreideverarbeitung als allgemeine Alltagsszene. Die Umgebung ist keine Rekonstruktion der tatsächlich ausgegrabenen Oberwerschener Siedlung.

Mit den Rindern am Wasser

Eine mögliche Weideszene, angeregt durch Forschung zur Bernburger Tierhaltung. Bachlauf, Menschen und Tiergruppe sind frei angeordnet.

Quellen und Einordnung ↓ · Zum Anfang ↑

Quellen und Einordnung

Die Quellen zu den einzelnen Themen stehen jeweils im aufgeklappten Text. Der lokale Ausgangspunkt bleibt Schmidt 1966, S. 277. Bildszenen zeigen künstlerische Annäherungen; sie belegen keine konkreten Personen oder Ereignisse bei Werschen.

Gemeinsame Grundlagen und weitere Literatur · Bildnachweise

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Die drei Ortsteile

Illustrationen – keine historischen Originalbilder.

Bildband

100 %Künstlerische Rekonstruktion – keine historische Aufnahme